„Vor dem Hessischen Landtag weht die Flagge Israels. Dies ist ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und ein Bekenntnis zum Existenzrecht Israels.

Israel hat das Recht und die Pflicht sich gegen die organisierten und langfristig geplanten Angriffe der islamistischen Terrororganisation Hamas zu wehren, die bereits mehr als 4.000 Raketen abgefeuert hat. Bei dem Versuch, weiteren Beschuss zu verhindern, kommt es bei den militärischen Gegenmaßnahmen zu Opfern unter der palästinensischen Zivilbevölkerung. Dies ist schrecklich, besonders, weil es auch immer wieder Kinder trifft. Es ist verständlich, wenn vor allem junge Menschen auf die schwierige Lage der Palästinenser durch Demonstrationen aufmerksam machen wollen. Doch dies rechtfertig keine antisemitischen Sprechchöre oder das Verbrennen von israelischen Fahnen.

Durch die ungeheuerlichen Verbrechen der Nationalsozialisten kommt unserem Land eine besondere Verpflichtung zu, selbst kleinsten Anfängen von Antisemitismus entschieden zu begegnen. In diesem Jahr gedenken wir daran, dass nachweislich seit 1700 Jahren Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschland leben. Sie sind fester Teil unserer Geschichte und Kultur. Daher ist es unerträglich, wenn Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens angegriffen und Synagogen mit Steinen beworfen werden. Dies dulden wir nicht. Wir treten entschieden jeder Form des Antisemitismus entgegen.

Erfreulich ist es, dass viele Menschen und Organisationen sich in den letzten Tagen entschieden gegen den Antisemitismus wenden, darunter auch Moslems und islamische Verbände. Wir verschließen aber nicht unsere Augen vor der Tatsache, dass in vielen arabischen Ländern Antisemitismus auf dem Lehrplan steht oder auch der türkische Staatspräsident die Stimmung gegen Israel immer weiter anheizt. Dies hat bei einigen der zu uns gekommenen Menschen aus diesem Raum Spuren hinterlassen.

Antisemitismus ist ein schreckliches Krebsgeschwür, dass eine freiheitliche Gesellschaft vergiftet. Daher gilt es über die rechten, linken, muslimischen und christlichen Ursprünge von Antisemitismus aufzuklären. Dieses Thema muss offen angesprochen werden. Unwahrheiten und Vorurteile über das Judentum müssen aufgedeckt werden. Nicht das Schweigen, sondern nur der Dialog kann hier Veränderungen bewirken.“

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